Tenra's Persians
Our World is a Tabby-World

Portrait    ...1996

Tja, wie kommt man eigentlich zur Tabby-Zucht. Abgesehen davon, daß wir sicherlich wie fast alle über ein Liebhabertier an das Ausstellen und Züchten kamen, hatten wir nach unserem Entschluß “zu züchten” keineswegs Tabbies im Auge. Uns faszinierten damals die Bicolours. Also suchten wir vorzugsweise nach einem rot-weißen oder creme-weißen Mädchen und es sollte aus der Zucht von Heike Wagener (Heiwa’s) sein. Sie hatten wir in der Hamburger Gruppe des 1. DEKZV e. V. kennengelernt und dort erwartete man auch Nachwuchs. Es wurde eine Tricolour geboren, die wir uns im Alter von 6 Wochen anschauten. Bei diesem Besuch war auch noch ein ca. 3 Wochen älterer Wurf da und als einziges Mädchen war es dann ausgerechnet eine Redtabby. Sie schmiß sich förmlich an uns heran, turnte über uns hinweg, kroch in die Taschen und Ärmel. Man war nicht vor ihr sicher. Aber: Wir wollten ja eine Bicolour! Wieder zu Hause wurde dann groß diskutiert. Was sollen wir tun, denn die kleine Redtabby ging uns nicht aus dem Kopf. Wir entschlossen uns also für beide. Zu uns kamen also: “Heiwa’s Gina” (Tricolour) und “Heiwa’s Fallon” (Redtabby). Die Tricolour mußten wir leider abgeben, daß unser Creme-Kater aufs höchste eifersüchtig auf sie war und wir nicht wollten, daß sie bei uns leidet.

 

“Fallon” wurde erfolgreich ausgestellt, sie wurde Grand International Champion. Aber wir merkten bald, daß sie vom Typ doch noch nicht so aussah, wie es auf Ausstellungen und in der Zucht gefordert ist. Wir verheirateten sie also mit einem Browntabby amerikanischer Abstammung und bekamen drei Schildpatt-Tabbies. Wunderschön in der Farbe und Zeichnung aber leider nicht vom Typ. Unsere erste Erfahrung: Verpaare nie amerikanische und deutsche Linien, das bringt selten Erfolg.  Aber nach diesem Wurf stand für uns fest: Wir werden uns der Tabby-Zucht verschreiben. Das Wesen und Aussehen dieses Farbschlages hatte es uns angetan. Wir versuchten dann eine Tabby-Perserkätzin zu bekommen und nahmen mit verschiedenen Züchtern Kontakt auf. Aber vergeblich. Was wir suchten, gab es in Deutschland noch nicht. Es sollte eine Blautabby oder Browntabby mit extremen Typ sein.

 

Dann meinte das Schicksal es gut mit uns. Es meldete sich Heinz Kopmann bei uns und fragte, ob wir nicht an einem Tabby-Kater aus den USA interessiert wären. Tja, eigentlich schon war unsere Antwort. Aber wie es immer so ist, hatte man sich bisher noch nicht aufgerafft, entsprechende Kontakte aufzubauen. Heinz Kopman schrieb an Kikicat, daß wir Interesse hätten und wir uns direkt mit Ihnen in Verbindung setzen würden. Der besagte Browntabby war leider nicht mehr zu haben, aber JoAnn Miksa bot uns unter Vorbehalt einen Blautabby-Kater an. Ein Züchter aus den Staaten hatte Interesse bekundet, sich aber noch nicht wieder gemeldet. Sechs lange Woche des Bangens und Wartens folgten. Inzwischen hatten wir Foto und Stammbaumkopie bekommen. Das Foto war nicht gerade sehr vorteilhaft, schräg ins Gesicht und direkt in die offenen Ohren fotografiert. Der Kater hatte eine traumhafte Augenfarbe, aber eigentlich könnte er doch etwas extremer sein. Sollten wir ihn wirklich kaufen? JoAnn nannte mir den Namen Anke Schlüter und ich sollte doch einmal mit ihr sprechen. Ich nahm also Kontakt zu Anke Schlüter auf, die schon eine Kikicat-Katze hatte und den Zwinger besucht hatte. Sie konnte also von Ihren Erfahrungen vor Ort berichten und schwärmte in den höchsten Tönen. Ebenso wandte ich mich an Frau Rudolf, die schon diverse Male in Florida war und etliche Shows und einige Züchter besucht hatte. Und wie es der Zufall so will, sie hatte „unseren“ kleinen Blautabby-Kater im Alter von 5 Monaten gesehen. Ihre Aussage gab, denke ich, den letzten Ausschlag: „Wenn Sie Blautabbies züchten wollen, dann greifen Sie zu. Es gibt keine bessere Grundlage.“ Viele Briefe wurden geschrieben und endlose Telefonate zwischen Florida und Deutschland ließen die Leitung heiß werden. Dann endlich, nachdem wir uns näher kennengelernt hatten (so gut man sich bei dieser Entfernung kennenlernen kann), kam der entscheidende Anruf von JoAnn: Ihr bekommt den Kater. Der Jubelausruf hat ihr vermutlich für 1-2 Tage ein taubes Ohr beschert. Im Oktober 1990, genauer gesagt am 10. Oktober 1990 um 8.05 Uhr, ich weiß es noch als wäre es erst gestern gewesen, im Alter von 10 Monaten kam “KIKICAT’S ECCLESIASTES” als Grand Champion nach Deutschland. Auf der Fahrt zum Flughafen flogen tausend Schmetterlinge durch meinen Magen. Wie mag er jetzt wohl aussehen? Ist es wirklich extrem? Ist das Gebiß ok? All die vielen Fragen, die einen Züchter beschäftigen. Und dann! Der Kennel wurde zum Zoll gebracht und ich wagte einen ersten Blick hinein. Ich war sprachlos. Er war genau das, was ich wollte. Die Kenneltür wurde geöffnet und sofort schmiegte unser Kater seinen Kopf in meine Hand und schnurrte los. Zu Hause angekommen, stieg er aus dem Kennel, machte die Runde durchs Haus, als wollte er sagen: Ok that’s my home, I love it. Dann rollte er sich auf der Fensterbank zusammen, während wir ihn fortwährend betrachteten. Sein Name kommt einem nicht gerade leicht über die Lippen und deshalb gaben wir ihm den Namen „Sam“ (schließlich kam er ja aus dem Land von “Uncel Sam”). Mittlerweile, so denken wir, ist er als Sam allen hinreichend bekannt.

 

Da der Kontakt zu JoAnn Miksa immer sehr eng blieb, statteten wir ihr im Oktober 1991 einen Besuch ab und entschieden uns dann dort auch endgültig für unser Browntabby auf Weiß-Mädchen „Kikicat’s Angelview“. Auch bei ihr war es sofort Liebe auf den ersten Blick. Sie schoß in meine Arme und fing sofort an meinem Hals zu „knutschen“ und fürchterlich an zu „schimpfen und zu protestieren“ wollte man sie bevor sie genug hatte wieder heruntersetzen. Dies war der Startschuß zu einer Katze-Mensch-Beziehung wie sie sicherlich nur wenigen widerfährt (denn bis heute will sie jeden Morgen 10 Minuten auf den Arm, auch wenn die Zeit noch so sehr drängt und das Büro wartet). Auch sie war sofort bei uns zu Haus. Leider schmeißt sie sich beim Anblick eines Katers sofort auf den Rücken und ist auch mit noch so tollen Tricks nicht dazu zu bewegen, sich dem Kater doch richtig zu präsentieren. Wir haben wirklich doch einige Kater ausprobiert und im Alter von 4 Jahre haben wir sie dann in unserem Zuchtprogramm nicht mehr fest eingeplant. Dies schmälerte aber in keinster Weise unsere Liebe zu ihr. Jeder weiß eigentlich, sie ist MEIN Baby. Aber dann versuchten wir es in diesem Jahr (mittlerweile 5 ½ Jahre alt) nochmals, und zwar mit dem browntabby Kater von Birgit und Erhard Hennig “Madhouse’ Charlie Brown”. Und man soll kaum glauben, sie präsentierte sich diesem Kater wie eine routinierte Zuchtkätzin und war nicht dazu zu bewegen, von diesem Kater zu lassen. Sie hatte endlich ihre Katzenliebe gefunden!  ....